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Festival Greeting



STEFAN FICHTNER
Festivalleiter

Liebe Freunde des Saas-Fee Filmfestes, Energie geht nicht verloren ... Stellen wir uns einmal die gesammelte Energie einer schönen strotzenden Saaser Lärche vor, und sei sie nur so alt wie der Film selbst. Runde 114 Jahre. Momentaufnahme! Stellen wir uns diese Energie vor wie einen Raum, in dem die Wünsche, Träume, Ängste und Sehnsüchte der Menschen aufgehoben sind, die der Baum erlebt hat. Das ist Kino! Und jetzt machen wir die Augen auf, es ist dunkel. Was für ein Zufall, wir sitzen im Cinema Rex, wie schön, dass es noch da ist! Der Projektor beginnt zu laufen, es ist die Eröffnungsnacht des 6. Saas-Fee Filmfestes, wo all die gesammelten Geschichten auf die grosse Leinwand finden. Ein Blick in die Runde, wie schön, euch alle wiederzusehen! Auf dem Festival setzen sich die Geschichten fort und die Energie wächst weiter. Von der ersten Synapse über Blicke, Handschläge, Freudensschreie, bis hin zum alljährlichen Wiedersehen und zum Willkommenheissen von Festivalneulingen. Vielen herzlichen Dank an euch alle, die ihr das Festival unterstützt und mittragt, ohne euch wäre es nicht möglich! Ich wünsche dem Film, dem Saas-Fee Filmfest, dem Cinema Rex und den Saaser Lärchen ein langes Leben, Film ab!



TOMMASO TOCCI
​Co-Programmer​

Das Kino von heute macht sich auch 2019 an den Aufstieg nach Saas-Fee und lässt sich in unserem wundervollen Dorf nieder mit Betrachtungen über Identität, Erkundungsgängen in den Kummer und aufregenden Entdeckungsreisen.

Aus dem Gastgeberland kommen zwei Filme, die die häusliche Verzweiflung von Kleinfamilien aus der Innenperspektive untersuchen. Das Zuhause definiert sich durch die Spannung zwischen einer zurückkehrenden Vergangenheit und einer sich auflösenden Zukunft. Lügen und Ängste werden blossgelegt.  

Frankreich lenkt unser Ohr auf eine nicht unähnliche Frequenz von Drama. Der Fokus liegt auf der Verantwortung, die Mütter und Söhne und Onkel und Nichten verbindet. Währenddessen werden in Deutschland die Räume in Hotels und Zimmern zu gedanklichen Gefängnissen, aus denen es nur einen ursprünglichen, unkomplizierten Ausweg gibt.

Die Stimme aus Österreich erreicht Saas-Fee in einem einzigen Werk: ein herausforderndes, fesselndes Wesen, das sein Publikum verlangt. Mein heimatliches Italien schliesslich, das sich immer im Tumult befindet,  ist gut gespiegelt in zwei sehr gegensätzlichen Filmen. Mag das Fragezeichen in einem der beiden Titel, eine Einladung sein an das Publikum in Saas-Fee, den Ruf unserer 5 Festivalländer zu beantworten, Film ab!